Kinetische Installation, Fotografie, Latex-Abdrücke von Haut.
Ausgestellt in der Ada (Wien), Mai 2019

You were embracing me
and I am drowning in you
as you start to fade away.

With a glowing trail of nothing
It’s just water into water.

The sun sank into our bones
And the moon added to the surrealism.
(Tülay Cataltepe, Alexandra Reichart)

https://vimeo.com/341069856

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Ausstellungstext

Vollständige Nähe ist unerreichbar. Der Wunsch des Ineinanderseins wird begleitet vom Wissen um ihre Vergänglichkeit. Augenblicke engster Verbundenheit werden überschattet durch die Gewissheit, dass sie das unweigerlich folgende Auseinanderdriften einläuten.

Nichtberührung ist jene Berührung, die stattfinden will, ohne jemals stattfinden zu können.

Nichtmehrberührung ist jene Berührung, die stattfand und von der nur konservierte Fragmente übrig blieben.

THE SUN SANK INTO OUR BONES

THE SUN SANK INTO OUR BONES THE SUN SANK INTO OUR BONES

In der Ada findet sich beides. Ein aus Latex und Holz künstlich geschaffener Raum senkt sich auf die Anwesenden herab, um sie in sich aufzunehmen und wieder von sich zu weisen.

THE SUN SANK INTO OUR BONES

Bilder und Abdrücke von Körperoberflächen konservieren und dokumentieren Aufeinandertreffen und Nähe, kurz vor, während oder nach dem Moment der unweigerlichen Distanzierung.

THE SUN SANK INTO OUR BONES

THE SUN SANK INTO OUR BONES

THE SUN SANK INTO OUR BONES

Alexandra Reichart und Matthias Krauß dokumentieren die Spuren der Berührung, die innerhalb einer Woche in der Ada entstehen. Diese werden festgehalten und dann der Betrachtung durch Besucherinnen und Besucher ausgesetzt.

THE SUN SANK INTO OUR BONES THE SUN SANK INTO OUR BONES THE SUN SANK INTO OUR BONES

Sie transformieren die Gewissheit der Unmöglichkeit absoluter Nähe in eine greifbare Form: Eine kinetische Installation, welche die Oberflächen der Ada abbildet, nähert sich den Anwesenden, um sich kurz vor dem Moment der Berührung zurückzuziehen und sich schließlich erneut anzunähern.

Produktion

Das gesamte Werk ist in der Ada entstanden, und setzt nicht nur mit der Thematik der Nähe und des Verlustes auseinander, sondern ist auch aus dem Raum erwachsen und als Bestandteil des Raumes zu betrachten. »THE SUN SANK INTO OUR BONES« beschäftigt sich impliziert somit auch mit der Zeit, in welcher Matthias Krauß und Alexandra Reichart komplett zurück gezogen gemeinsam in der Ada arbeiteten.

 

THE SUN SANK INTO OUR BONES

Der Raum der Ada, in dem später die Fotos und das Latex aufgehangen wurden.

Die Ringe

Die Ringe sind zwischen 65 und 110 cm groß. Das aufgespannte Latex ist jeweils ein Abdruck des Bodens von der Ada- die unterschiedliche Beschaffenheit ist auf die unterschiedlichen Böden zurück zu führen. Je größer das Latex ist, desto stärker wurde es bei der Herstellung und der Hängung in Mitleidenschaft gezogen und entsprechend porös und zerstört.
Die Erstellung des Latex dauert inklusive Trockenzeiten circa 2 Tage.

THE SUN SANK INTO OUR BONES

Getragen werden die Ringe jeweils von einem Rahmen, auf welchen mittels DC-Motor eine Welle bewegt wird, auf der die Schnüre der Ringe aufgerollt werden. Die Motoren werden durch ein Arduino und damit verbundene Motor Driver Shields gesteuert.

Die Fotografie und Latex-Abdrücke

Auf den Fotos sind Hautpartien vor, während und nach Berührung und Interaktion zu sehen.

Die berührten Hautstellen sind gold und silber eingefärbt. Nach dem Fotografieren wurde jeweils ein dünner Latexabdruck der entsprechenden Hautpartie genommen, wobei auch ein großer Teil der aufgetragenen Farbe mit abgenommen und im Latex konserviert wurde.

Der Sound

Die Soundverzerrung ist in Pure Data programmiert. Zufällig bleiben Satzfragmente länger stehen und werden Soundstücke gestartet. Es gibt fünf Sprecher*innen, die jeweils das gleiche Gedicht eingesprochen haben.

Fotografie und Abdrücke

Credits

Konzeption Installation: Alexandra Reichart
Konzeption Fotografie: Matthias Krauß, Alexandra Reichart
Konzeption Sound: Matthias Krauß
Umsetzung Installation: Matthias Krauß, Alexandra Reichart
Sprecher*Innen: Kristina Gorke, Michael Hackl, Thomas Kolar, Matthias Krauß, Andreas Pils,  Alexandra Reichart
Umsetzung Sound: Michael Hackl, Matthias Krauß, Andreas Pils